Der Titel „Polumo“ erinnert an die berühmte braune Wolke, die vor der Umrüstung des Stahlwerks auf Elektrobetrieb über Peine hing. Der weit über die Grenzen Niedersachsens berühmte Bildhauer Breuste setzt hier dem Werkstoff Stahl ein Denkmal, aber auch dem ehemaligen Stahlstandort Peine und seinen Arbeitern. Peine pflegte lange den Slogan „Stahlstadt im Wandel“.
Die vier Stahlskulpturen setzen sich zusammen aus unbrauchbar gewordenen Teilen, vor allem aus den berühmten Peiner Trägern, die Breuste ausschließlich in den Stahlwerken Peine und Salzgitter fand, „Museumsstücken“ also. Die Kokillen, worin man Stahl gießt, wird in ein paar Jahren niemand mehr kennen, ebenso wenig wie die Rüttelsiebe (Gitter).
Grundsätzlich beschäftigt sich Breuste, Jg. 1930, in seiner Arbeit mit Fundstücken, die er in andere Zusammenhänge stellt. Jedes Teil hat seine Geschichte, die Herkunft des Materials gehört zur Aussage. Diese Art der assoziativen Zusammenstellung nennt man mit kunstgeschichtlichem Fachbegriff „Assemblage“ (Versammlung). Breuste ist Sammler. Er bewahrt, was andere weggeworfen haben, nicht erst, seit es Diskussionen über die Wegwerfgesellschaft gibt. Der Stahl darf rosten, d.h. sich durch die aggressive Luftverschmutzung verändern, lebendig sein.
Breuste hat nichts dagegen, wenn der Betrachter gegenständliche Assoziationen in seine Objekte hinein interpretiert, wenn er sie benötigt, um dem Werk näher zu kommen.
Die Plastiken reizten bei der Aufstellung zum Widerspruch und waren von 1991-93 Stadtgespräch. Mit z.T. erbitterten und polemischen Wortgefechten in den Zeitungen diskutierten die Peiner das Geschenk. Bronzene Schweinchen, Ziegen oder Ritter hätten das nicht vermocht.Nach mittlerweile 10 Jahren gehört die einzigartige Skulpturengruppe zu den herausragenden weichen Peiner Standortfaktoren, mit denen in Broschüren für die Wirtschaftsansiedlung gern geworben wird.
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