Ulrike Herfeld entwickelt hier u.a. das Konzept der italienischen Futuristen für sich weiter, das anstelle der optischen Bildeinheit die Vereinigung des zeitlichen Nacheinanders oder des räumlich Getrennten propagiert – Sinnbild und Inbegriff des prallen Stadtlebens im Gegensatz zur Neuenrader Beschaulichkeit. Das Phänomen der Bewegung und ihrer Dynamisierung in Industrie und Großstadt beschäftigt Ulrike Herfeld schon lange, als eine Synthese aus Zeit, Ort, Form und Farbe, wie sie bereits der italienische Futurist Umberto Boccioni forderte. Es geht ihr um die Simultanität des Lebens, der Seelenzustände, der Empfindungen, um eine Synthese von dem, woran man sich erinnert, und dem, was man sieht. Die Künstlerin teilt uns durch die Art der Anordnung der gemalten Dinge im Bildgeviert mit, dass für sie alles gleichrangig formiert, Symbole eines Künstlerinnenlebens, in dem patent alles unter einen Hut gebracht werden muss und wird.